Ordnungspolitisches Denken basiert auf der Vorstellung von „spontanen“ oder „natürlichen“ Ordnungen, welche durch Evolution und nicht durch bewusste Setzung zustande kommen. Solche Denkansätze lassen sich bis ins europäische Altertum und ins klassische China zurückverfolgen. So finden sich Ansätze von selbstorganisierten, freiheitlichen Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen bereits bei Aristoteles, Epikur, Cicero sowie Konfuzius.

Nachdem der Gedanke im europäischen Mittelalter fast verschwunden war, tauchte er jedoch in der Übergangsphase vom Mittelalter zur frühen Neuzeit (z.B. in der Spätscholastik) wieder auf. Es waren aber erst die schottischen Moralphilosophen des 18. Jahrhunderts, die den Gedanken der spontanen Ordnung voll rehabilitierten.

Auf Basis dieser klassischen Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung wurde das Denken in Ordnungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts von den deutschen Ordo-Liberalen sowie den österreichischen Marktprozesstheoretikern zu einem mehr und mehr in sich geschlossenen wirtschaftspolitischen Konzept entwickelt. Seine erste Anwendung fand dieses - nun „Wettbewerbsordnung“ genannte - Konzept beim Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland nach den II. Weltkrieg, denn es bildete die theoretische Basis für die „Soziale Marktwirtschaft“.